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Quellen

Kabbala 

Mittelalterliche, jüdische Geheimlehre, offensichtlich vom Tantrismus und Sufismus beeinflusst, wie auch von der höfischen Minnebewegung dieser Epoche. Die Grundannahme der Kabbala war, daß alle Übel der Welt aus dem Verlust der Verbindung Gottes mit seiner weiblichen Ergänzung, der Schechina, stammen, einer hebräischen Version der Shakti. Gott ist in Bruchstücken vorhanden, und nur die Schechina hat die Kraft, "Gott wieder zusammenzusetzen". Die allumfassende Harmonie muss wiederhergestellt werden, indem Gott und seine Göttin noch einmal eins werden.

Entsprechend dem kabbalistischen Glauben an die Analogie himmlischen und irdischen Geschehens sollte die geschlechtliche Vereinigung der Sterblichen auf der Ebene des Göttlichen das gleiche hervorrufen. Deshalb war der Geschlechtsverkehr ein sakramentaler Akt, nützlich für Gott und die Schechina. "Das Aufblühen des Glaubens an solche orgiastischen Riten macht es nur allzu wahrscheinlich, daß so etwas ausprobiert wurde, und tatsächlich gab es in der weiteren Entwicklung der kabbalistischen Lehre derartige Versuche."

Im allgemeinen beschränkte der Kabbalist seine erotischen Experimente jedoch auf seine Ehefrau. Die erste Stufe seines Aufstiegs zum Sepiroth oder Baum der Weisheit war die weibliche sexuelle Kraft, Schechina-Malkuth, Königin und Braut, dargestellt vom Mond und der Gattin.

Weitere Stufen verwendeten ausgeklügelte Systeme von Numerologie, Magie und biblische Allegorie und brachten nach und nach Offenbarungen der göttlichen Natur hervor.

Das bedeutendste kabbalistische Werk war das Sefer ha-Sohar, das "Buch des Glanzes", das im späten 13. Jahrhundert von Moses de León aus Guadalajara verfasst wurde. Er behauptete, der wirkliche Autor dieses Buches sei der legendäre Mystiker des 2. Jahrhunderts Simeon ben Jochai. Er gab vor, das uralte Original zu besitzen, ohne es jemals vorzulegen. Daraus haben Gelehrte geschlossen, daß es nie existiert hat und daß León selbst das Sefer ha-Sohar geschrieben hat.

Trotz ihrer jüdischen Orientierung übte die Kabbala auch auf zeitgenössische christliche Mystiker eine starke Wirkung aus. Seit damals wird sie von den Okkultisten hoch geschätzt. Pico della Mirandola erklärte sogar, in der Kabbala das zu finden, was die Juden selbst leugneten: die Verkörperung der Gesamten Gottheit in Jesus. Er schrieb: "Keine Wissenschaft bietet eine Größ0ere Sicherheit über die Göttlichkeit Christie als Magie und Kabbala."

 

DIE KABBALISTISCHE INVOKATION VON SOLOMON


MÄCHTE des Königreiches, seid unter meinem linken Fuß und in meiner rechten Hand.

Herrlichkeit und Ewigkeit berühren meine Schultern und führen mich auf den Pfad des Siegers.

Gnade und Gerechtigkeit, seid ihr das Gleichgewicht und der Glanz meines Lebens.
Verständnis und Weisheit, gebt mir die Krone.

Geister des Malkutzh - geleitet mich zwischen die zwei Säulen, die das ganze Gebäude des Tempels stützen.

Engel von Netzach und Hod, gebt mir Kraft auf dem Kubischen Stein von Yesod.

O GEDULAHEL! OH GEBURAHEL! O TIPHARETH! 

BINAHEL, sei du meine Liebe!

RUACH CHOKMAHEL, sei Du mein Licht!

Sei, was Du bist, und was Dein Wille ist zu sein, O KETHERIEL!

Ishim, steht mir bei im Namen von SHADDAI.

Cherubim, seid meine Stärke im Namen von ADONAI.

Beni Elohim, seid meine Brüder im Namen des Sohnes und bei der Macht von TZABAOTH.

Elohim, kämpft für mich im Namen von TETRAGRAMMATON.

Malachim, beschützt mich im Namen von YOD HE VAU HE.

Seraphim, reinigt meine Liebe im Namen von ELOAH.

Chaschmalim, erleuchtet mich im Glanz von ELOHI und SCHECHINAH.

Aralim, handelt ihr; Auphanim, dreht euch und strahlt.

Cahioth - Ha - Qadosh, ruft laut, sprecht, schreit und stöhnt; Qadosch, Qadosch, Qadosch, SHADDAI, ADONAI, YOD CHAVAH, EHEIEH ASHER EIEHEH!

Halelu-Yah! Halelu-Yah! Halelu-Yah. Amen.

von Eliphaz Lévi in "Rituel de la Haute Magie", Kap. xiii, veröffentlicht