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(auch Yi King oder I Ching) heißt übersetzt "Buch der Wandlungen.
Es ist ein ca. 3000 Jahre altes Orakelbuch, das heute noch sehr viele Anhänger
hat. Das I Ging untersucht den Zusammenhang der positiven (Yang) und negativen
(Yin) Kräfte und zeigt dem um Rat Fragenden, wie sie auf sein Schicksal
einwirken. Es liefert ihm gleichzeitig Hinweise darauf, wie er sich in
Zukunft am besten verhalten soll. Nach einer bestimmten Methode (z. B.
mit Schafgarbenstängeln oder Münzen) wird ein Zeichen ausgelegt, das
aus sechs Linien besteht (Hexagramm). Dann wird im I Ging die passende
Interpretation des gefundenen Zeichens nachgelesen. Die Lehren des Konfuzius
und des Taoismus weisen Einflüsse des I Ging auf. In neuerer Zeit
nutzten z. B. Carl Gustav Jung und der Schriftsteller Hermann Hesse das
I Ging.
Das I GING beinhaltet zum einen jene Trigramme, die vor nahezu fünftausend
Jahren durch Fu Hi geschaffen wurden, zum anderen den Haupttext, der von
König Wen Wang und dessen Sohn, dem Herzog von Chou, vor etwa dreitausend
Jahren geschrieben wurde, und zum dritten die weitaus späteren Texte
mit Kommentaren der Konfuzianer. Darüber hinaus gibt es noch viele
andere Kommentare, die als die "Flügel" des I GING bezeichnet werden.
Die GUAS, d. h. die Trigramme und Hexagramme, werden bekanntlich sehr
oft für Voraussagen und Wahrsagerei benutzt. Aber ihre Hauptfunktion,
meine ich, hat nichts mit Wahrsagerei zu tun. Ich bin der Überzeugung,
daß König Wen Wang und der Herzog von Chou große Weise
waren, die ein hervorragend intuitives Wissen um die natürlichen Prinzipien
hatten und die GUAS als Hilfsmittel benutzten, um uns in die Gesetzmäßigkeit
der Natur Einblick zu gewähren und uns zu lehren, uns unter diese
Gesetzmäßigkeit zu stellen, statt zu versuchen, die Natur zu
erobern und Macht über sie zu gewinnen.
Durch das I GING lernen wir, wie wir uns anpassen müssen, um uns
ohne Widerstand in die Natur einzufügen. Denn es entspricht dem taoistischen
Prinzip, immer mit dem Strom und nie gegen ihn zu schwimmen. Aber selbst
wenn man mit dem Strom schwimmt, ist ein gewissen Wissen um die Unregelmäßigkeiten
des Flusses erforderlich. Schwimmt man in einem unbekannten Fluß,
so kann man nicht voraussagen, was einem passieren wird.
So lehrt uns das I GING, wie die Ströme der Natur fließen,
und macht es uns leichter, uns ihnen anzupassen. |