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Medien zum ThemaAmulett (lat. amuletum, Abwehrzauber; griech. phylakterion, Schutzmittel, Sicherheitsgarantie), was man auf der Brust, um den Hals, am Leib trägt (daher griech. enkolpion, periamma) zur dauernden Übelabwehr. Die in Bild und Schrift festgehaltenen Gesten und Sprüche des Abwehrzaubers, bes. auch kraftgeladene Stoffe und Figuren, also Edelsteine, Pflanzen, Tierhaare, Knochen, Zähne, Augenbild, Phallus, Muschel (als Bild des cunnus). Auch Schmuck (Ringe, Armreif, Möndchen) ist ursprünglich Amulett. Weder das Judentum (Gebetsriemen: totafot, tehillim), noch der Islam, noch das Christentum (Umhängekreuz, Reliquien am Leibe getragen) hat trotz theologisch begründeten Gebrauchs den Glauben an die magische Schutzwirkung und die den Amuletten innewohnende, recht materiell vorgestellte Macht abgebaut (das beweist die Idee der Berührungsreliquie wie die Stellungnahme der damaligen Theologen, die die Überzeugung des Volkes teilen). Oft stellen Bilder das Gewünschte dar, wie auf den Salomonsiegeln der die Verkörperung des Bösen besiegende Reiter. Knoten als Amulet bezeichnet die Bindung, Unschädlichmachung des Feindes. Man glaubt, daß geschieht, was man als Homer- oder Bibelvers aufgeschrieben bei sich trägt: "Ihr werdet ihm keinen Knochen zerbrechen" (Joh 19,36 auf einem Ring 6. Jh.), "Jesus aber schritt mitten durch sie hindurch" (LK 4,40; auf Mailänder Rüstung 1380/90, auf vielen englischen Münzen und Ringen seit Eduard III.). In frühester Zeit schon stehen magische Formeln auf Amuletten: Sator opera tenet: "Der Schöpfer bindet die Werke", Evangelientexte (deltia euangelia) die vier Evangelienanfänge (apotropäisch noch heute zu Fronleichnam abgesungen), der Hinweis auf die den Bann der Dämonen brechende Geburt Christi (Verbum caro factum est, die griechischen Buchstaben chi, my, gamma = Christus von Maria geboren), die Kreuzesinschrift (INRI), das Alphabet, Schwindeformeln: das Zauberwort unter Weglassung immer eines weiteren Buchstaben sooft untereinandergeschrieben, bis es mit einem Buchstaben endet: so soll die Krankheit enden. Hebräische Amulette bilden oft ein Zahlenquadrat, 3 x 3 Buchstaben, die nach allen Seiten die gleiche Summe 15, die Zahl des abgekürzten Gottesnamens, ergeben, wie sich auf gnostischen Gemmen Abraxas (griech. Zahlensumme 365) als hahnenköpfiges Wesen mit Schlange und Peitsche findet. Je ungewöhnlicher und geheimnisvoller, desto größer die Wirkung: Gottesnamen, Engelnamen, Christusmonogramm werden mit magischen Bildern kombiniert, je mehr auf einmal ausgedrückt wird, desto größer der Schutz. |