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Adonis

Griechische Version des semitischen Adonai, "des Herrn", ein kastrierter und geopferter Retter-Gott, dessen Liebestod ihn mit Aphrodite, Aschera oder Mari vereinte. In Jerusalem war sein Name Tammuz.

Adonis' Geburtsort war Betlehem, genau die heilige Höhle, von der die Christen später behaupteten, sie sei der Geburtsort Jesu gewesen.

Er war der Sohn der Jungfrau Myrrha, einer Tempeldienerin oder Hierodule, von den frühen ChristInnen mit Maria gleichgesetzt, die Jesu Mutter "Myrrhe der See" nannten. Die Myrrhe war ein Symbol für den Tod des Herren, sowohl in heidnischer als auch in christlicher Überlieferung. Er kehrte zur Großen Mutter zurück, der See, Aphrodite-Mari. Alexandrinische Priesterinnen feierten dieses Ereignis, indem sie das Abbild des Gottes ins Meer warfen.

Der syrische Adonis starb um Ostern, zur Blütezeit der roten Anemone, die angeblich aus seinem Blut entstanden war. Ihr Name leitete sich von seinem Titel ab, Naaman oder "Geliebter". Er wurde auch der Schöne Gott genannt, wie auch andere Götter der Frühjahrsblüte, zum Beispiel Narziss, Antheus oder Hyazinth.

Eine andere Form dieses Gottes war Anchises, der nach seiner Vermählung mit Aphrodite kastriert worden war. Auch Adonis war kastriert: er wurde von den Priestern der Aphrodite, die eine Ebermaske trugen, "in der Lende durchbohrt". Sein abgetrennter Phallus wurde zu seinem "Sohn", dem ithyphallischen Gott Priapos, in Griechenland mit Eros gleichgesetzt, in Ägypten mit Osiris-Min. Priapos führte ein Messer mit sich, wie es zum Beschneiden der Bäume gebraucht wurde, als Zeichen für die Notwendigkeit der Kastration des Herrn, um neues Leben auf der Erde sprießen zu lassen.

Die Kastration Gottes wurde mit der Ernte des Getreides verglichen, die Adonis personifizierte. Seine Wiedergeburt war ein Sprießen aus dem Schoß der Erde. Jedes Jahr wurden heilige Gefäße, genannt kernos oder "Adonisgärtlein", mit Weizen oder Hirse bepflanzt, die um Ostern sprießen sollten. Dieser Brauch hielt sich in den Mittelmeerländern bis in unser Jahrhundert. Das Tongefäß symbolisierte den Schoß der Erde. Manchmal wurde in Prozessionen ein riesiger kernos auf einen Wagen mitgeführt, der dann als kalanthos bezeichnet wurde.

Adonis starb und erwachte wie alle Götter der Vegetation und Fruchtbarkeit in periodischen Zyklen zu neuem Leben. Er wurde auch mit der Sonne gleichgesetzt, die starb und am Himmel neu aufging. Ein orphischer Hymnus sagte von ihm: "Du erscheinst und verschwindest im herrlichen Kreis der Horen, manchmal weilst du in den düsteren Tiefen des Tartarus, dann erhebst du dich selbst zum Olymp, verleihst den Früchten Reife". Er wurde in derselben Höhle (demselben Leib) begraben, in der er auch zur Welt gekommen war. Heutzutage wird diese Höhle auch "Milchhöhle" genannt, da ihr Staub angeblich stillenden Müttern hilft. Es wird erzählt, daß Maria dort Jesus gestillt hat. Die Höhle wurde als Grabhöhle Jesu versiegelt, da sowohl im christlichen Kult als auch im Kult des Adonis der jungfräuliche Leib mit der jungfräulichen Höhle gleichgesetzt wurde, "und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war" (Lukas 23,53).

Die Magischen Payri sagen, dass Jesus und Adonis dieselbe Namensmagie geteilt hätten. "Adonai" war der höchste Gott, er besaß den Wahren Namen, der Wunder bewirken konnte. Jahrhunderte später behaupteten die christlichen Autoritäten, daß "Adonai" ein Dämon sei.