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A .°. A .°.

Abkürzung für die lateinischen Worte Astrum Argenteum, was silberner Stern bedeutet. Gelegentlich wird der Name auch durch die Abkürzung S.°. S.°. angegeben, was Silver Star heisst. der A.°. A.°.ist ein magischer Orden, über den viele Legenden und Falschinformationen bestehen. Er wurde im Jahre 1900 in Mexiko von Aleister Crowley gegründet. Er verstand ihn als eine Fortsetzung des "Hermetic Order of the Golden Dawn" (Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung). Crowley, der selbst ein Eingeweihter des Golden Dawn war, schuf diesen Orden, weil er unzufrieden mit dem Golden Dawn und dessen Führung war. Seiner Ansicht nach hatte der Golden Dawn den Kontakt zu den Geheimen Oberen des Ordens verloren. Als es ihm im Jahre 1904 gelang, diesen Kontakt seiner Ansicht nach wieder herzustellen, bezeichnete er den A.°. A.°.als den "Inneren Orden des Neuen Äons, von dem das Gesetz von Thelema ausgehe. Der A.°. A.°.verfügt über elf Grade (0-10) und zwei Zwischengrade. Grundlage des Graadsystems ist der kabalistische Baum des Lebens (Kabbala). Während seines Fortschreitens im Orden begibt sich das Mitglied symbolisch auf die Reise von der Sephirah Malkuth (Neophyt 1°) hin zur Sephirah Kether (Ipsissimus).
Im Gegensatz zu anderen sogenannten magischen Orden unterhält der A.°. A.°.weder Logen noch Schulungszentren. Der A.°. A.°. nimmt Männer und Frauen auf. Die Unterweisung der Mitglieder findet nach folgendem Schema statt: Jedes Mitglied im Orden kaennt nur das Mitglied, das in der Ordenshierarchie direkt über ihm ist. Dieses fungiert als sein Lehrer. Hat das Mitglied den magischen, mystischen und philosophischen Wissensstand erreicht, kommt es in den nächsten Grad. Gleichzeitig fungiert das Mitglied auch als Lehrer desjenigen, der im System des Ordens unter ihm ist. Wenn dieser Ordensbruder/diese Ordensschwester sein "Wissen" erlangt, erhält er/sie dessen Grad. Jedes Mitglied des A.°. A.°.kennt  also eigentlich nur zwei weitere Mitglieder des A.°. A.°., seinen Lehrer im Grad über ihn und seinen Schüler im Grad unter ihm. SOCLCh ein System ist natürlich anfällig für Scharlatane, da es einem Interessenten für den A.°. A.°.nicht möglich ist, hunterprozentig festzustellen, ober er wirklich Kontakt zum echten A.°. A.°.hat oder ob er einem Pseudoorden aufgesessen ist. Er kann den Orden nicht in seiner Gesamtheit überschauen, und er findet die Wahrheit oft erst nach Jahren raus. Dies macht die Suche nach dem wahren A.°. A.°. sehr schwierig.
So gibt es z. B. seit den achtziger Jahren einen sog. A.°. A.°., der zuerst von Berlin und dann von Bergen an der Dumme aus arbeitet. Oberhaupt dieses Pseudo-A.°. A.°. ist der Berliner Michael E. Eschner. Eschner missbraucht den Namen des A.°. A.°. für seine eigenen Zwecke, die da lauten: Befriedigung des eigenen Machttriebes, Geld verdienen (die Mitgliedschaft im echten A.°. A.°.kostet nichts bzw. sehr wenig) etc. Eschner und seine Gruppe sind mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Was lehrt nun der A.°. A.°.?

Dieses hat Crowley in seiner Schrift "One Star in Sight" (Ein Stern in Sicht) alles detailliert beschrieben.
Der A.°. A.°.lehrt keine Sexualmagie, wie gelegentlich irrtümlich behauptet wird. Es werden diverse Yoga- und Meditationstechniken vermittelt. Das Mitglied lernt vieles über Philosophie und die verschiedenen Religionen. Es muß die Basistexte der thelemitischen Weltanschauung (Thelema) lesen, und es erhält eine Grundausbildung in ritueller Magie. Im 5° muss es ihm gelingen, seinen eigenen Heiligen Schutzengel zu beschwören, der ihm dann bei seinem weiteren Fortschreiten im Orden hilft. Nach dem 7° muss es ihm gelingen, den Abyss zu überschreiten und jenseits von ihm symbolisch als Kind des Abyss in Binah, der "Stadt der Pyramiden", wiedergeboren zu werden. Er tritt dann quasi in die kabbalistische Welt Azilutz ein.

Literaturhinweise:

Crowley, Aleister: One Star in Sight, Magick - Buch 4 Appendix II, London 1929 (diverse Neuausgaben);
An Account of the A.°. A.°., Erstveröffentlichung in The Equinox Vol. I,
London 1909 - 1914; Liber Collegii Sancti, o. O. u. o. J.

 

Urheber: Werner Bogun und Norber Straet